Woraus werden Dessous und Unterwäsche hergestellt?

Alle Textilien bestehen aus Fasern. Die langen, dünnen und flexiblen Gebilde kommen in der Natur vor (z.B. Seide), werden aus in der Natur vorkommenden Stoffen gewonnen (z.B. Baumwolle oder Zellulsoefasern) oder synthetisiert, d.h. chemisch erzeugt. Grundlage aller synthetischen Fasern ist die Polymerisation, eine chemische Reaktion, bei der aus vielen gleichartigen Elementen lange Molekülketten erzeugt werden. Die Zusammensetzung der Endprodukte dieser Reaktion, der so genannten Polymere, entscheidet wesentlich über die Eigenschaften der Faser. Ein Großteil der in der Textilindustrie verwendeten synthetischen Fasern sind nicht „rein“, sondern Mischungen von Polymeren oder so genannte Co-Polymere, bei denen verschiedene Elemente in Reaktion gebracht werden. Polyacryl ist zum Beispiel ein Copolymer-Faser mit dem Hauptbestandteil Polyacrylnitril.
Der Ausdruck Textil umfasst sowohl die Fasern als auch die Art ihrer Verknüpfung - z.B. Gewebe [gewebt] und Gewirke [durch Maschenbildung auf einer Wirkmaschine industriell hergestellte Stoffe]. Unterwäsche wird im Allgemeinen gewirkt, Materialien wie Satin oder Jersey werden gewebt. Die Art der Verknüpfung spielt z.B. beim Trocknen eine Rolle. Während gewirkte Maschenware aus Baumwolle oder Leinen (Unterwäsche, Trikots, T-Shirts) leicht einläuft, schrumpfen gewebten Textilien nur beim Übertrocknen.
Verwendete Fasern für Dessous:
Bei der Bezeichnung der Fasern muss unterscheiden werden zwischen den aus dem chemischen Aufbau resultierenden Namen (z.B. Polyethylen), Trivialnamen (z.B. Elasthan) und Markennamen (z.B. Lycra). Die Trivialnamen werden gewählt, um bestimmte Fasergruppen zu charakterisieren. So wird z.B. der Begriff Elasthan nur für eine Co-Polymer-Faser verwendet, die mindestens 85% „segmentiertes“ Polyurethan enthält.
BEISPIEL: Lycra(R) ist eine Elasthan-Faser, die chemisch aus einer Mischung von Polyurethan und Polyehtlenglykol besteht.
  • Acryl … ist die verkürzte Bezeichnung für Polyacryl (s. da)

  • Acetat Ist eine Faser aus Zellulose-Acetat. Die Faser ist glatt und hat einen seidigen Glanz. Wegen dieser Eigenschaften wird Acetat für feine Wäsche, Kleider, Blusen und alle Futterstoffe verwendet. Acetat-Stoffe knittern nicht und laufen nicht ein. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist gering, die Faser neigen zur elektrostatischen Aufladung. Nasse Fasern sind weniger reißfest.

  • Baumwolle ist eine Faser aus den Samen der Baumwollpflanze (Gossypium). Baumwolle ist atmungsaktiv, reißfest und hitzebeständig. Typisch für Baumwolle ist das hohe Vermögen, Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne dass sich die Faser dadurch nass auf der Haut anfühlt.

  • Elasthan (auch Elastan oder US „Spandex“) Synthetische Faser, die aus mindestens 85 Gewichtsprozent von segmentiertem Polyurethan besteht... Elasthan ist leicht, weich, glatt und leicht zu färben. Daneben ist die Faser extrem dehnbar und gleichzeitig formbeständig. Die Faser ist knitterarm, pflegeleicht und nimmt nur wenig Feuchtigkeit auf. Elasthan wird im allgemeinen in Mischungen mit anderen Faser verwendet, u.a. für Badekleidung.

  • Kaschmir s. Wolle, Wolle der Kaschmirziege Feine, leichte und sehr weiche Faser, die sich gut färben lässt.

  • Lyocell Durch Auflösungs- und Spinnverfahren in organischem Lösungsmittel (Gemisch aus organischen Chemikalien und Wasser) hergestellte regenerierte Zellulosefaser ohne Bildung von Derivaten... Weiche Faser mit glatten und kühlem Griff, hoher Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme sowie mit hoher Trocken- und Nassfestigkeit. Lyocell wärmt und kühlt gleichermaßen gut, ist saugfähiger als Baumwolle und äußerst langlebig. Eingesetzt wird die Faser u.a. auch für Funktionstextilien, Unterwäsche oder Bettwäsche.

  • Milchprotein gehört zur Gruppe der „Regenerierte Proteinfasern“ (s. da) Milchfaser sind langfaserig, fein und weich mit seidigem Glanz. Im Vergleich zu Baumwolle und Seide ist die Faser extrem farb- und formbeständig, leicht zu trocknen und sehr reißfest.

  • Modal Nach einem geänderten Viskoseverfahren hergestellte, regenerierte Zellulosefaser. Modalfasern können viel Feuchtigkeit aufnehmen. Sie sind fein aber reißfest, sehr weich und hautfreundlich, knittern jedoch leicht. Modal kommt hauptsächlich mit Baumwolle oder Polyester gemischt zum Einsatz.

  • Nylon (Polyamid) Faser aus synthetischen linearen Makromolekülen, deren Kette sich wiederholende Amidbindungen aufweist. Nylon ist eine besonders feine, pflegeleichte Faser, die sehr schnell trocknet und deshalb z.B. auch für Bademode eingesetzt wird. Nylon ist reißfest, strapazierfähig und sehr elastisch.

  • Polyacryl Synthetische Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mindestens 85 Gewichtsprozent Acrylnitril aufgebaut wird. Polyacryl-Fasern sind sehr leicht, weich und fühlen sich wollartig an. Das Material lässt sich gut färben, nimmt nur wenig Feuchtigkeit auf, trocknet schnell und hält gut warm. Polyacrylfasern werden häufig mit Wolle gemischt.

  • Polyehtylen Faser aus gesättigten linearen Makromolekülen nicht substituierter aliphatischer Kohlenwasserstoffe. Wird zum Beispiel für Folien oder Plastikflaschen verwendet. Für Wäsche kommt das Material nur als geringfügige Beimischung zu anderen Synthetikfasern zum Einsatz.

  • Polyester Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem Ester eines Diols mit Terephtalsäure (einen Benzoldicarbonsäure) besteht. Synthetische, sehr gleichmäßige Faser, die je nach Textur sowohl wärmeisolierend als auch kühlend wirken kann. Polyester ist sehr elastisch, beständig und weich und nimmt wenig Feuchtigkeit auf. Allerdings ist Polyester nicht allzu farbecht.

  • Polypropylen Synthetische Faser aus linearen gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Polypropylen ist sehr leicht, hat ein geringes Aufnahmevermögen für Feuchtigkeit und ein hohes Isolationsvermögen. Polypropylen transportiert gut Feuchtigkeit, ist schmutzabweisend, antiallergisch und dermatologisch neutral. Die Faser wird meist in Mischungen mit Wolle, Baumwolle, Viskose oder anderen Kunstfasern verarbeitet.

  • Polyurethan Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederkehr der funktionellen Urethangruppen aufweist, kommt z.B. in Elasthan vor. Polyurethan ist sehr dehnbar, elastisch und reißfest. Die Faser nimmt kaum Feuchtigkeit auf und ist sehr hitzempfindlich.

  • Regenerierte Proteinfasern Faser aus regeneriertem und durch chemische Agenzien stabilisiertem Eiweiß (z.B. aus Casein / Milcheiweiß).

  • Seide Natürliche Faser, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen wird. Seide ist glänzend, sehr fein und fühlt sich stets kühl an.

  • Viskose Aus Holzspänen hergestellte regenerierte Zellulosefaser, auch als Zellwolle bezeichnet. Viskose wird zu weich fließenden, glänzenden oder matten, seidenähnlichen Stoffen verarbeitet, die sehr leicht und farbecht sind. Viskose ist saugfähiger als Baumwolle aber in nassem Zustand nicht sehr reißfest. Viskose knittert leicht und läuft leicht ein.

  • Wolle Faser vom Fell des Schafes (Ovis aries) oder ein Gemisch aus Fasern von der Schafschur und aus Haaren von Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmir, Mohair, Angora (-kanin), Vikunja, Yak, Guanako, Kaschgora, Biber, Fischotter, mit oder ohne zusätzliche Bezeichnung „Wolle“ oder „Tierhaar“.

  • Begriffe:

  • Lycra Lycra ist der Markenname (Inhaber Invista) einer hochelastischen Elasthan-Faser, die häufig anderen Fasern beigemischt wird.

  • Naturkautschuk ist ein natürlich vorkommendes, elastisches Polymer, das auf Pflanzenprodukten wie Milchsaft (Latex) basieren. Er wird hauptsächlich zur Herstellung von Gummi durch Vulkanisierung verwendet.

  • Satin Satin ist ein Gewebe, mit einer stark glänzenden, glatte Oberseite und einer matte Unterseite. Satin kann aus beliebigen Fasern gewebt werden kann, allerdings werden endlose Fasern wie Seide, Viskose oder Polyester bevorzugt, da diese den Glanz zusätzlich steigern.

  • Spitze meint keine spezielle Faser, sondern ist die Sammelbezeichnung dekorative Elemente, die nur aus Garn oder aus Garn und Stoff bestehen. Charakteristisch für Spitze ist, dass sie durchbrochen ist.

  • Mikrofaser (auch Microfaser) ... ist eine Sammelbezeichnung für Fasern, die feiner als 1 dtex (1 Gramm pro 1.000 Meter Faser) sind. Mikrofasern haben in etwa ein Drittel des Durchmessers einer Baumwollfaser und nur ein Hundertstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Mikrofasergewebe werden meist aus Polyester oder Polyamid hergestellt, sind außergewöhnlich weich und formbeständig. Mikrofasern sind oft wasserundurchlässig, erlauben aber eine leichte Verdunstung der Körperfeuchtigkeit.

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