Sexy Löcher – Mesh & Netz

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Stoffe, die entkleiden - Teil 2

Muss Stoff kleiden oder darf er nicht auch enthüllen? Diese Frage beantworten Materialien, die nicht nur beim Schmetterlingefangen und Fischen angesagt sind. Mit Tüll, Netz und Mesh an Oberbekleidung oder Dessous fängt man zwar keine Tiere, dafür aber die Blicke der Bewunderer. Ein verführerisches Spiel mit den Phantasien beginnt. Viel Haut wird sichtbar, aber verraten wird trotzdem nicht alles. Bei uns erfährst du im zweiten Teil zu transparenten Stoffen, was man über Mesh und andere Netz-Stoffe wissen sollte.

Die kluge Bauerntochter im Fischernetz

Im Grimm-Märchen „Die kluge Bauerntochter“ bekommt diese vom König ein Rätsel gestellt: Sie solle zu ihm kommen: „… angezogen und entkleidet zugleich …“. Die Bauerstochter entscheidet sich daraufhin für ein Fischernetz als einziges Kleidungsstück. Dieselbe Lösung für dieses Paradox wählen Frauen bis in unsere Tage. Und genau deshalb sind „Stoffe mit Löchern“ im Sommer momentan wiedermal besonders en vogue. Netzstoffe geben den vollen Durchblick und eröffnen ungeahnte Räume für phantasievolle Interpretationen aller erdenklichen Stile.

Sexy Löcher – Mesh & Netz_Fischnetze
Schon „Die kluge Bauerntochter“ entschied sich für Netz! ©pixabay/FotoArt-Treu

Individualität ist in unserer Zeit Trumpf und Netze dekorieren schon seit Ewigkeiten auf unvergleichliche Weise. Mann und Frau sind noch angezogen aber schon entkleidet zugleich. Und mit Mesh vervollständigt ein hauchdünner und weicher Stoff die Palette der „Netze“, der auch noch außergewöhnlich funktional ist.

Mesh – die Masche

In der Welt der Mode gibt es kaum einen Stoff, hinter dem die Designer in den vergangenen Jahren so hinterher gewesen sind, wie Mesh. Doch was verbirgt sich hinter diesem Wort und welches Aussehen und welche Eigenschaften hat dieses weiche und hauchdünne Material mit den zahllosen kleinen Löchern und dem unverwechselbaren Look?
Zunächst stammt der Begriff aus dem Englischen und heißt übersetzt nichts anderes als „Masche“. Und obwohl der Name irgendwie nach High Tec und Ultramodern klingt, ist Mesh schon fast 150 Jahre alt.

Sexy Löcher – Mesh & Netz_Dessous zum verlieben!
Mesh: 150 Jahre alt und trotzdem klingt der Name irgendwie nach High Tec und Ultramodern ©istock/pvstory

Im Jahr 1888 soll der Legende nach der wohlhabende Textilunternehmer Lewis Haslam mit seiner Tante einen winterlichen Spaziergang unternommen haben. Als er die Dame darauf hinwies, dass ihre Handschuhe ein paar Löcher hätten, antwortete diese, dass ihre Hände trotzdem so warm wären, wie in intakten Fäustlingen. Haslam war beeindruckt und begann mit sogenannten Lufttaschen zu experimentieren.
Nur wenig später hatte er das erste textile Netz entwickelt und ihm den Namen Aertex gegeben. Unter dem Slogan „Gesund und hygienisch, trotz schädlicher Temperaturschwankungen“ fing er zunächst an Oberhemden und Unterwäsche für Herren herzustellen und nutzte dabei die einmalige Eigenschaft von Mesh, Feuchtigkeit von innen nach außen zu transportieren. Bis die Armee auf die Neuerung aufmerksam wurde und ab da in allen britischen Uniformen Mesh verarbeitete.

Mit Adidas kommt Mesh in den 1980ern wieder in Mode

Mesh war zwar ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in den Kleiderschränken allgegenwärtig, kam aber in den 1980er Jahren erstmals richtig in Mode. Vor allem Adidas hatte begonnen, Aertex in seinen Kollektionen zu verarbeiten und vor allem sichtbar zu machen. Spätestens nachdem Madonna 1984 bei MTV mit einem Netz-Tank-Top debütierte, war der Netz-Look bei der Jugend der Welt als ultra-hip angekommen. Und erlebt seitdem immer dann wieder ein Revival, wenn Sportklamotten in sind. Mit Mesh-Look haben sich nicht nur Britney Spears und Christina Aguilera ins Rampenlicht gestellt, sondern auch Fußball-Idole wie Pele oder Ronaldo. Überhaupt ist Mesh vorwiegend dafür verantwortlich, dass Fußball-Trikots und andere Sportbekleidung mittlerweile so angenehm zu tragen ist.

Von Sportswear zu Fashion

Ursprünglich war Mesh ganz auf seine Funktionalität reduziert. Das Material ist luftig, pflegeleicht, reguliert die Feuchtigkeit und knittert kaum. Dafür sorgen die eng aneinander stehenden „Löcher“, die Mesh zu einer Art sehr feinmaschigem Netz machen. Doch schon in den 1980ern entdeckten die Designer, dass die kleinen, gewebten Maschen auch optisch etwas hermachten. Was einstmals nur Läufer, Schwimmer oder Aerobic-Turner trugen, war nun in anspruchsvolle Mode eingegangen. Und davon profitieren längst auch Dessous. Denn Mesh ist nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern lässt sich auch noch hervorragend mit anderen Garnen kombinieren. Mesh-Einsätze an Höschen oder eleganten Oberteilen bringen zu Seide, Spitze oder Lycra die entsprechende Funktionalität.

Sexy Löcher – Mesh & Netz_Sport BHs und Bademode
Mesh ist nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern lässt sich auch noch hervorragend mit anderen Garnen kombinieren.

Die Feinunterwäsche wird so atmungsaktiv, wasserfest und feuchtigkeitstransportierend. Vor allem das sogenannte Power-Mesh wird dabei vorzugsweise eingesetzt, denn es besitzt die Eigenschaften von Spandex und ist deshalb besonders elastisch und bequem. Deutlich robuster ist hingegen das Mesh, welches aus Polyester und Nylon hergestellt wird. Dieses Material findet vor allem Verwendung in Zeltzwischenwänden, Moskitonetzen, Wäschesäcken, medizinischem Verbandsmaterial und auch in Abendkleidern.

Netz ist nicht gleich Netz

Natürlich gibt es in der Mode nicht nur das sehr feinmaschige Mesh, sondern eigentlich jede Art von Netzstoffen. Ob Fischnetz, Gitternetz oder Wabenstruktur – Netze sind mittlerweile überall zu sehen. Besonders beliebt ist natürlich die Netz-Feinstrumpfhose in allen möglichen Mustern. Doch eigentlich lassen Netze unendlich viele Stil- und Style-Varianten zu. So präsentiert sich das „gelöcherte“ Material mal gehäkelt im Hippie-Look, im trashigen Materialmix mit Jeans oder besonders feminin in rosafarbener Feinwäsche. Aber „vernetzt“ sind auch sportliche und rockige Looks.
Und die Trends lassen sich beliebig weiterspinnen. Sogenannte Lochspitze ist eine überaus verspielte wie romantische Variante der Netz-Optik. Die sehr grobmaschige Oberfläche transportiert maximale Lässigkeit und sorgt im Hochsommer für angenehmen „Durchzug“. Ist es kühler können die verschiedenen Netze auch über wärmende Oberbekleidung gezogen werden. Dabei sollte vor allem FRAU niemals vergessen, dass „Netze“ auf unvergleichliche Art und Weise mit der Phantasie ihrer Bewunderer spielen können. Es wird enthüllt und doch nicht alles verraten. In Zeiten der absoluten Entblößung sollte die Zukunft dem Netz gehören.

 

 

 

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