Made in Germany Teil I – Das kostbarste Gütesiegel der Welt

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©istockphoto/naruedom
Es ist ein Markenzeichen, ein Brand, um das Deutschland von der ganzen Welt beneidet wird: Made in Germany. Da wo Produkte diesen Namen tragen, schnalzen Kenner mit der Zunge, da wird bewundert und gekauft. Selbst VW-Abgasskandal und Berliner Flughafendebakel können dem wohl kostbarsten Gütesiegel der Welt nichts anhaben.

Bei „Qualität“ und „Sicherheitsstandards“ liegen deutsche Produkte bei weltweiten Verbraucherumfragen immer noch uneinholbar in Front. Dabei waren es einst die Engländer, die den Produkten des Erzfeindes mit „Made in Germany“ den Stempel von Ramsch- und Billigware aufdrücken wollten. In unserer dreiteiligen Serie erklären wir, wieso Made in Germany immer noch unvergleichlich populär ist, warum wir das den Engländern zu verdanken haben und welche Marken nach wie vor das größte Prestige genießen.

„Made in Germany“ vor „Made in Switzerland“

Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 2014 ausgerechnet im Fußballland Brasilien den Titel holte, da überschlugen sich die internationalen Lobeshymnen, und in der amerikanischen „Newsweek“ wurde sogar das „deutsche Jahrhundert“ ausgerufen. Das stärkste Land Europas, das getragen wird von einer robusten und stetig wachsenden Ökonomie. Die Begehrlichkeiten, die Produkte „Made in Germany“ vor allem bei Verbrauchern in China, Indien, Brasilien oder Russland auslösen, sei ungebrochen groß. Erst kürzlich wurde vom Statistikportal Statista mit Unterstützung des Marktforschungsunternehmen Dalia Research der aktuelle Made-In-Country-Index herausgegeben. Die höchste Qualitätsnote erzielte dabei „Made in Germany“, gefolgt von „Made in Switzerland“, „Made in EU“ und auf Platz 4 „Made in UK“. 43.000 Verbraucher aus 52 Ländern gaben dabei ein klares Votum für „Made in Germany“ ab und machten klar, dass nicht nur der deutsche Fußball momentan einen unvergleichlich guten Ruf genießt.

Herkunft und Qualität als Anker in einer verrückten Welt

In einer der Welt, die immer chaotischer zu werden scheint, setzen Verbraucher immer stärker auf das, was weltweit unter deutschen Tugenden verstanden wird: Wissen, Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Auf Produkte bezogen wird damit vor allem Qualität und Langlebigkeit verbunden. „Made in Germany war nie so wertvoll wie heute“, stellte unlängst das „Handelsblatt“ fest. Vor allem in Märkten, in denen viele junge, konsumorientierte Menschen lebten, stünde das Prestige von Produkten im Vordergrund. Deutschen Marken wird dabei ein außergewöhnlich hoher Wert zugemessen. Sie würden sich deshalb ganz besonders gut als Statussymbole eignen.

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Das deutsche Auto – Autos „Made in Germany“ sind seit jeher weltweit heiß begehrt ©pixabay/Skitterphoto

„Punschmeister“, „Frau Schmidt“ und „Schwarzwald“ – Hauptsache es klingt deutsch

In Ländern, wie China, Russland und Brasilien hat sich um die deutschen Marken ein besonderer Kult entwickelt. Während sich die Bekanntheit und Popularität von adidas, Siemens oder Daimler-Benz weltweit kaum noch steigern lässt, sind es vor allem deutsche Namen, die das besondere Gefühl von „Made in Germany“ vermitteln. In Russland sind Produkte sogar nur deshalb interessant, weil sie deutsche Namen haben. Ein Waschmittel heißt dort „Frau Schmidt“, Restaurants haben gern den Namen „Schwarzwald“ in Kyrillisch über die Tür stehen und in der Street Food-Szene punktet man mit Bio-Limonaden namens „Punschmeister“. Im boomenden China wiederum gibt es zahllose Taschentuch-Hersteller, die mit ihren blauen wie geschwungenen Logos und Namen wie „Tinpo“ oder „Tampo“ an das deutsche Tempo-Taschentuch erinnern sollen.

Wo „Made in Germany“ draufsteht, ist nicht immer „Made in Germany“ drin

In den vergangenen Jahrzehnten haben immer mehr deutsche Firmen zentrale Bestandteile ihrer Produktion ins Ausland verlegt. Es stellt sich deshalb natürlich mehr und mehr die Frage, wie glaubhaft das „Made in Germany“-Siegel in Wirklichkeit noch ist. Wie die EU-Gesetzgebung ausführt, gilt für ein Produkt dann ein Land als Herkunftsort, wenn die „letzte, wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- und Verarbeitung vorgenommen wurde.“ „Made in Germany“ könnte deshalb natürlich auch dann gelten, wenn ein Großteil der Produktion im Ausland erfolgte und nur die letzten Fertigungsschritte in Deutschland. Einige Hersteller sind deshalb dazu übergegangen, ihre Produkte mit zum Beispiel „Made by Mercedes-Benz“ oder „Made by Miele“ zu etikettieren.
Macht die globalisierte Weltwirtschaft dem Gütesiegel „Made in Germany“ also 130 Jahre nach seinem Entstehen langsam den Garaus? Danach sieht es ehrlich gesagt nicht aus, denn selbst wenn ein Großteil der Teile und Baugruppen aus dem Ausland stammt, so ist doch der Wertzuwachs wichtig, den das Logo „Made in Germany“ bringt. Schon 1995 hatte das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden, dass ein Erzeugnis nicht als ein rein deutsches bezeichnet werden darf, wenn wesentliche Bestandteile der Produktion im Ausland stattgefunden haben. Gleichzeitig stellte es jedoch klar, dass ein Produkt die Kennzeichnung „Made in Germany“ tragen darf, wenn es zum Großteil im Ausland hergestellt wurde, die „wertbildenden oder wertprägenden Leistungen, welche für die Wertschätzung des Produkts ausschlaggebend sind, allerdings in Deutschland erbracht wurden.“

 

Dieser Artikel ist Teil I von III zum Thema Made in Germany.

Made in Germany Teil II – Das kostbarste Gütesiegel der Welt
Made in Germany Teil III – Das kostbarste Gütesiegel der Welt (erscheint demnächst)

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