GOLD – die alles überstrahlende Pracht

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Der Schimmer von Gold hat seit Urzeiten eine fast magische Wirkung auf die menschlichen Sinne. Das Wertvollste, Höchste und Edelste ist – Gold. Seine materielle Beständigkeit machen es außerdem zu einem Symbol der Tugend, der Treue und des immerwährenden Ruhms. Doch beim Einsatz von Gold ist Zurückhaltung oberstes Gebot. Denn seine Erhabenheit über alle anderen Farben lässt Gold schnell prahlerisch, arrogant und abweisend wirken.

Die Farbe – Goldbronze und Muschelgold

Ähnlich wie bei Silber ist auch Gold eine Farbe, die von Material und dem Einfall des Lichtes darauf abhängt. In früheren Epochen war die Grundlage des „Goldbronze“ echtes Edelmetall. Blattgold wurde zerstäubt und so zu Puder- oder auch Muschelgold, welches in Flüssigkeiten aufgelöst zur echten Goldfarbe wurde. Für die heute häufig einfacheren Anwendungen wird hingegen auf Pigmente mit Metalleffekten und dabei meist auf Messing gesetzt. Auch bei sogenannten „Goldfäden“ und Goldbestickungen auf Kleidungsstücken handelt es sich mittlerweile um Imitationen wie gefärbtem Aluminium sowie Kupfer- oder Zinklegierungen.

Das Licht der Sonne

Der Glanz des Goldes wird seit jeher mit der männlichen Energie und der Kraft der Sonne assoziiert. Seine Ausstrahlung gilt in nahezu allen Kulturen als überwiegend positiv und vermittelt sowohl Wärme, als auch Optimismus und Reichtum. Das hell leuchtende Gold repräsentiert dabei Brillianz, Fröhlichkeit und die Aktivierung höchster spiritueller Energie. Dunklere Goldtöne werden dagegen als traditionell wärmend und unvergleichlich solide empfunden. Tatsächlich ist Gold auf außergewöhnliche Weise „immun“ gegen Oxydation und strahlt auch noch nach Jahrhunderten im alten Glanz. Für Dauerhaftigkeit und Ewigkeit steht zum Beispiel der goldene Ehering. Auch Siegerpokale, Medaillen und Lorbeerkränze sind aus Gold, um den damit verbundenen Ruhm nicht verblassen zu lassen.

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Gold steht für Optimismus, Reichtum, Brillianz und Fröhlichkeit. ©pixabay/image4you

Doch bei allen Idealen wie Erleuchtung, Kraft und Dauerhaftigkeit hat Gold auch eine „dunkle“ Seite. Es gibt zahllose Märchen und Legenden, in denen die Helden dem Fluch des Goldes erliegen und sich in ihr dämonisches Gegenteil verwandeln. Denn auf der Suche nach mehr Geltung, Macht und Reichtum fängt irgendwann jeder an, unter der Farbe des Goldes zu leiden – wird egoistisch, selbstgerecht und mißtrauisch. Der Mangel an Freundlichkeit und Güte geht bis ins Äußerste – den Geiz.

König Krösus und Stangen aus Gold

Gold ist über alle Grenzen hinweg ein elementarer Bestandteil der menschlichen Kulturgeschichte. Im Ägypten der Pharaonen hieß es „Nub“ und deren Goldland entsprechend „Nubien“. Auch die Inkas bauten ihre Kulte um goldene Kunstwerke. Das berühmte „Eldorado“, ein Phantasiereich voller Schätze aus Gold und Edelsteinen, war allerdings nur eine Erfindung der spanischen Eroberer. Die Azteken hielten Gold für die Exkremente ihres Sonnengottes und im antiken Kolchis (heute Georgien) hing man Schafsfelle in Flüsse, worin sich die darin befindlichen Goldkörner verfangen sollten. Die Sage vom „Goldenen Vlies“, welches die Argonauten stahlen, hat darin ihren Ursprung.

Die drei Formen der Goldgewinnung: „Berggold“ z. B. in Bergwerken gefunden. „Waschgold“ aus Flusssand gesiebt. Und aus Erz gewonnenes „Scheidegold“. ©istock/artisteer

Überhaupt gibt es drei Formen der Goldgewinnung. „Berggold“ wird in Form von Nuggets, also größeren Goldklumpen in Bergwerken oder deren Nähe gefunden. „Waschgold“ wird vor allem aus Flußsand und – gestein gesiebt. Und vom „Scheidegold“ spricht man, wenn es durch entsprechende Prozesse aus Erz gewonnen wird. Die ersten Goldmünzen ließ übrigens König Krösus um das Jahr 600 vor unserer Zeitrechnung in Lydien (heute Westtürkei) prägen. Sein Reichtum ist bis heute sprichwörtlich. Während Gold heute vor allem in Barren gegossen wird und in dieser Form jeder Staat seinen Goldschatz als Gegenwert zu seinen ausgegebenen Banknoten besitzt, waren es früher Stangen, in deren Form Gold transportiert wurde. Der davon abgeleitete Ausdruck, „das kostet dich eine Stange Geld“ hat sich bis in unserer heutigen Tage erhalten.

Silber und Gold – ein Paar, wie Mann und Frau

Das Dual zu Gold, gewissermaßen sein Partner und auch Gegenteil, ist Silber. Während Gold schon immer mit der Sonne und der männlichen Energie assoziiert wurde, ist es bei Silber der Mond und die spirituelle Kraft der Frau. In der Symbolik der chinesischen Kultur gibt es das silberne Yin (Frau) und das goldene Yang (Mann). Wenn es in der Akupunktur um die Beruhigung der Meridiane geht, werden Nadeln aus Silber eingesetzt. Bei entsprechender Stimulation sind sie aus Gold. Während Silber etwas Kühles und Hemmendes hat, ist die Ausstrahlung von Gold schon immer kraft- und wärmespendend. Silber als Farbe oder Glanz wirkt auf uns heute vor allem modern, während Gold eher als altmodisch wahrgenommen wird. Der Wert von Silber, als einsetzbares Material ist real, während das im Verhältnis dazu „nutzlose“ Gold als ideelle Kostbarkeit gesehen wird. Die Wirkung von Silberfarbe ist feinstofflich, mild und zurückhaltend, während Gold pompös, prachtvoll und verdrängend ist.

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Gold – pompös, prachtvoll und verdrängend. ©pixabay/Free-Photos

Der einzigartige Charakter von Gold lässt es auf unvergleichliche Weise in den Vordergrund treten und alle übrigen Farben an seiner Seite verblassen. In der Heraldik, der Wappenkunde, wird Silber übrigens vorzugsweise mit Blau kombiniert, während das Dual von Gold, Schwarz ist.

In der Dichtung – der Realist sieht Gelb, für den Poet ist es Gold

Wenn Menschen etwas noch kostbarer erscheinen lassen wollten, haben sie es in der Regel mit Gold in Verbindung gesetzt. So wurde aus einem einfache Gelb oftmals kostbares Gold. Blonde Haare können in ihrer Überhöhung damit ebenso „golden“ sein wie Herbstlaub oder die Ähren auf dem Feld.

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Wer eine besonders schöne Stimme hat, besitzt „Gold in der Kehle“ und wer in finanzieller Hinsicht großes Glück hat, verdient sich eine „goldene Nase“. Auch vergleichsweise ebenso kostbare Materialien werden mit einem entsprechenden Zusatz versehen. Erdöl wurde so zum „schwarzen Gold“ und Elfenbein zum „weißen Gold“. Ein besonders erfolgreicher Sportler kann zum „Goldjunge“ werden und wer kennt nicht den Ausdruck „Morgenstund hat Gold im Mund“. Allerdings haben auch die negativen Eigenschaften des Goldes ihren Eingang in die Sprichwörtlichkeit gefunden. Im „goldenen Käfig“ kann man sich ebenso wiederfinden wie beim „Tanz ums Goldene Kalb“.

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