7 Dinge, die Sie über Neopren noch nicht wussten

Surferin im Neoprenanzug am Strand
©istock/Wavebreakmedia
Obwohl uns das kaum bewusst ist, sind wir umgeben von Neopren. Dieses extrem vielseitige Material findet sich in unserem Auto, in unseren Fitness- und Yogastudios. Es ist schon da, wenn wir morgens das Büro betreten und auch wenn wir zum Camping in den Urlaub fahren.

Kaum ein synthetischer Stoff ist in seiner Anwendung so effizient wie Neopren. Es lohnt sich also in unserem zweiten Teil einen Blick auf jene Fakten zu werfen, die Sie bisher noch nicht über Neopren wußten. Erfahren Sie hier mehr über die Eigenschaften von Neopren.

1. Neopren vs Scuba

Was viele zum Thema Neopren kaum wahrnehmen ist, dass dieses eine Art Stoff-Doppelgänger namens Scuba hat. Dabei sehen sich die beiden Materialien auf den ersten Blick extrem ähnlich, haben aber auch gewaltige Unterschiede. Die zwei Kunststoffe haben beide das gleiche glatte und federnde Gefühl mit Stretch-Qualitäten, aber Scuba fehlt die Isolierung, welche Neopren bietet. Verwirrend ist dabei vor allem, dass die meisten Taucheranzüge trotz ihres Namens nicht aus Scuba sondern aus Neopren hergestellt werden. Scuba ist im Gegensatz zu Neopren auch kein Gummi sondern ein sogenannter Doppelstrick aus feinen Polyester-, Nylon-, Elastan- oder Viskose-Filamenten. Deswegen fühlt sich beim Scuba die eine Seite immer eher wie ein Jerseystoff und die andere wie echtes Neopren an. Scuba eignet sich vor allem für moderne Kleidungsstücke. Der Stoff ist elastisch und weich, hat dabei einen tollen Stand und ist durch seine Griffigkeit auch kinderleicht zu verarbeiten.

2. Immer undurchsichtig, immer unausdehnbar, immer niedriger Preis

Zwei Risiken geht man nie ein, wenn man Kleidung aus Neopren trägt. Zum einen ist das Material immer undurchsichtig und bietet auch in sehr geringer Stärke keinen ungewollten Durchblick auf die blanke Haut. Zum Anderen leiert ein Textil aus Neopren einfach nicht aus. Die gummiartige Elastizität bedeutet nämlich, dass sich Neopren nie wirklich ausdehnt sondern immer zurück federt und somit auch für jede Art von „Ausleiern“ gefeit ist. Neopren ohne eine Laminierung aus Nylon oder Polyester und einen Zusatz von Elastan kann allerdings schnell brüchig werden und ist dann als Verarbeitungsstoff kaum noch zu gebrauchen. Allerdings lässt sich mit Neopren auch fantastisch experimentieren, da das Basismaterial unvergleichlich billig ist.

3. Nähen und Kleben mit Neopren

Neopren ist sehr einfach zu kleben, kann aber wegen seiner Dicke und dehnbaren Natur ziemlich schwierig zu nähen sein. Es empfiehlt sich deshalb eine robuste und schwere Nadel zu verwenden, um durch den dicken Gummi zu kommen. Bei maschineller Verarbeitung kann die Hinzunahme eines Strickfußes hilfreich sein. Dieser wird den etwas sperrigen Stoff besser durch die Nähmaschine tragen. Ratsam sind außerdem eine lange Stichlänge und eine geringe Spannung, damit die schönen Neopren-Designs auch gut am Körper liegen.

4. Immens zäh

Der vielleicht größte Vorteil von Neopren ist seine physikalische Zähigkeit, die es zu einem ausgezeichneten „Allzweckgummi“ macht. Die außergewöhnlich stabile chemische Struktur verleiht dem Neopren eine erstaunliche Haltbarkeit. Und die damit einhergehende hohe Schlag-Zähigkeit macht den „Synthesekautschuk“ für eine ganze Reihe von Branchen äußerst beliebt. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Verwendung in der Sporttextilbranche und hier vor allem in der Verarbeitung von Wetsuits für den Surf- und Tauchsport. Eine weitere vorteilhafte Eigenschaft von Neopren ist seine ausgezeichnete elastische Metallbindungsfähigkeit, weshalb es in der Bau-, Medizin- und Automobilindustrie weit verbreitet ist. Ausgezeichneten Schlagschutz bietet Neopren übrigens auch für unsere Laptops. Schutztaschen für tragbare Computer oder Tablets sind seit geraumer Zeit vorzugsweise aus Neopren.

5. Klebstoffe, Lösungsmittel, Wasser, Wetter – Neopren hält alles aus

Der wohl größte Vorteil von Neopren gegenüber Naturkautschuk ist seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Lösungsmitteln, Ölen und Klebstoffen. Während Gummi sich auflöst, bleibt Neopren völlig unbeschadet. Neopren ist außerdem überaus hitzebeständig und weist auch nach dem Einfluss von hohen Temperaturen noch eine außergewöhnliche Flexibilität auf. Neopren ist in der Lage, der Zersetzung durch Ozon, Sonnenlicht, Oxidation, Sand, Schnee und Staub zu widerstehen und dadurch ein echter Schutz vor jede Art von extremen Witterungsbedingungen.

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6. Bietet Schutz, Dämpfung und ist zu 100% Latexfrei

Da Neopren in verschiedenen Stärken und Dichten erhältlich ist, kann es einen ausgezeichneten Schutz vor zu starker Krafteinwirkung darstellen. Die dämpfende Wirkung von Neopren wird deshalb in verschiedenen orthopädischen Prothesen und Hilfsgerätschaften verarbeitet. Regelrecht explodiert ist in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Sportschuhsohlen, die ebenfalls vorwiegend aus Neopren gefertigt sind. Gesund ist das synthetische Material darüber hinaus auch für Allergiker. In Naturkautschuk ist eine nicht erhebliche Menge an Latex enthalten, wogegen eine große Zahl von Menschen allergisch ist. Neopren ist dagegen völlig latex-frei.

7. Neopren lässt die Pfunde purzeln

Eine der wenigen Nachteile, die Neopren aufweist, ist zum einen, dass es nicht „atmungsaktiv“ ist und zum anderen, dass es deswegen auch sehr heiß darunter werden kann, wenn man es als Kleidungsstück trägt. Doch genau das hat sich nun auch jene Industrie zu Nutze gemacht, welche mit Gadgets handelt, die das Abnehmen unterstützen. Eine dieser Innovationen ist der Neopren-Gewichtsverlust-Sauna-Anzug. Ähnlich wie Neopren auch die größte Kälte vom Körper fernhalten kann, so ist es ebenso in der Lage große Hitze bei gleichzeitiger Feuchte aufzunehmen und als Körperwärme wieder abzugeben. In einer Sauna oder auch bei großer körperlicher Belastung steigert sich die Körperwärme unter einem Neoprenanzug langsam in einen noch sicheren Bereich, in dem diverse metabolische Prozesse ausgelöst werden. Diese haben einen nachweisbar positiven Effekt in den Bereichen Gewichtsverlust, Muskelaufbau und Leistungssteigerung.

Probanden, die im Training oder in der Sauna einen entsprechend designten Neoprenanzug trugen, verbrauchten bis zu 13 Prozent mehr Kalorien und erzielten einen größeren Gesamtgewichtsverlust von mehr als 40 Prozent gegenüber Probanden ohne Anzug. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien haben außerdem herausgefunden, dass das Tragen eines Neopren-Gewichtsabnahme-Anzugs während des Trainings ein höheres Maß an Muskelhypertrophie oder Muskelwachstum fördern kann. Eine positive Wirkung hatte der Neoprenanzug auch auf Cholesterin- und Blutdruckwerte. Und nicht vergessen werden darf dabei, dass der Neoprenanzug durch seine Robustheit auch noch nach dem x-ten Saunagang oder Training wie neu aussieht.

Hier geht es zum ersten Teil unseres Beitrags:
Neopren, der Vielseitigkeits-Weltmeister

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