Mareen Apitz: „Dieses Jahr will ich unbedingt das Double gewinnen“

mareen_apitz_genießt im Bikini sonne und meer
©Mareen Apitz
In ihrem zweiten Interview für Sunny Dessous spricht Mareen Apitz über den Druck in Play-off Spielen, ihr Interesse für Heiratsplanung und den richtigen Zeitpunkt für ihr Karriereende.

 

Sunny: Frau Apitz, in der Bundesliga laufen die Play-offs und ihr hattet als einer der großen Meisterschaftsfavoriten gleich das erste Spiel verloren. Gegen den Tabellensiebenten. Hat man da gleich von Anfang an Druck?

Mareen: Es war nicht die angenehmste Woche, das geb ich zu. Aber wir haben Spiel Nummer Zwei in Potsdam relativ klar gewonnen und damit bewiesen genau damit – also mit dem Druck – ganz gut umgehen zu können.

Sunny: Potsdam hat es gerade so in die Play-offs geschafft. Ihr hattet in der laufenden Saison 18 Pflichtspiele hintereinander gewonnen. Auf dem Papier doch eigentlich eine klare Angelegenheit, oder?

Mareen: In den USA gibt es fast in jeder Mannschaftssportart Play-offs. Die verstehen das besser. Wenn die Meisterschaftsspiele beginnen, werden die Karten nochmal komplett neu gemischt. Da können sich auch die Außenseiter in einen Rausch spielen. Und bei uns hat eben auch der Tabellenachte noch realistische Meisterschaftschancen.

Sunny: Jetzt entscheidet am Mittwoch ein Spiel über die ganze Saison. Schläft man da schlecht?

Mareen: Der Weg zu einer Meisterschaft ist nie leicht und du musst irgendwann in der entscheidenden Phase dein Momentum finden. Das sind meist knapp gewonnene Begegnungen, die das Team zusammenschweißen und fokussieren. Vielleicht ist das ja nun schon das Spiel am Mittwoch, welches uns den nötigen Flow für den Rest der Play-offs gibt.

Sunny: Ihr spielt in der Margon-Arena. Die ist fast immer ausverkauft und kann ein echter Hexenkessel werden. Im Fußball ist sowas eigentlich für die Heimmannschaft immer ein Vorteil. Wie lässt sich das mit Volleyball vergleichen?

Mareen: Es ist ja bekannt, dass der DSC die meisten Fans in der Liga hat und sich das auch in den Zuschauerzahlen niederschlägt. Da sind wir Spitzenreiter. Darauf sind sind wir stolz und das pusht auch nach vorn. Allerdings pusht es eben auch die Gegner, weil die das so nicht so häufig Zuhause erleben. Ich würde sagen wir sind mental so gefestigt, dass wir unser Spiel auch unabhängig von der Stimmung in der Halle durchziehen können.

Sunny: Zumal ihr ja mit dem DVV-Pokal schon euren ersten Saisonerfolg in der Vitrine stehen habt. Lässt einen das die Sache lockerer sehen?

Mareen: Wenn ich nur für mich spreche, würde ich sagen: Nein. Ich hab ja schon öfter gesagt, dass mir persönlich das Double aus Meisterschaft und Pokal fehlt und so viele Chancen darauf werd ich auch nicht mehr haben. In der Beziehung ist der Druck dann doch recht hoch. Ich bin immer noch sehr, sehr hungrig und heiß deswegen reicht der Pokalsieg allein auch nicht.

Sunny: „Nicht mehr so viele Chancen …“, da klingt das Karriereende durch. Dein Vertrag läuft im Sommer aus. Wie geht es dann weiter? Ist es dann wirklich schon vorbei?

Mareen: Wenn ich das wüßte (lacht). Es gab noch keine Gespräche bezüglich einer Vertragsverlängerung und ich habe darüber auch noch gar nicht nachgedacht. Jetzt gilt erstmal alle Konzentration den kommenden Spielen.

Sunny: Du bist kürzlich 31 geworden. Mit 30 sagtest du in einem früheren Interview einmal ist es mit dem Profi-Volleyball eigentlich vorbei. Gilt das noch oder geht es dann doch noch Saison für Saison weiter?

Mareen: Wie lange man im Spitzenbereich spielen kann, ist im Volleyball sicherlich positionsabhängig. Die, die viel springen müssen, die sind ein bisschen eher weg vom Fenster. Bei Liberos und Zuspielerinnen ist die Physis nicht ganz so belastet. Da geht es oftmals noch etwas länger. Ich sag mir immer: wenn die Knochen das noch mitmachen, warum sollte ich so einen tollen Job zu früh zur Seite legen?

Sunny: Und wie sieht es mit Knochen und Kopf bei dir momentan aus?

Mareen: Danke, ich kann nicht klagen (lacht). In Potsdam bin ich vom Trainer am Sonntag zur besten Spielerin unseres Teams gewählt worden. Es scheint also immer noch zu reichen (lacht). Wie ich da mit dem Verein zusammenkomme, werden wir gemeinsam nach dem Saisonende klären. Bisher gab es jedenfalls noch keine Gespräche.

Sunny: Stand der Dinge jetzt. Willst du noch ein Jahr weitermachen?

Mareen: Mein Zustand ist gut und wie der Rest der Mannschaft bin auch ich, was die Verletzungen betrifft gut durch die aktuelle Saison gekommen. Da gab es auch ja auch schon ganz andere Jahre. Ich gehe immer noch gern zum Training, ich geh immer noch gern zu den Spielen. Ich habe mit dem Volleyball mal angefangen, weil es mich gepackt hatte. Und es hat mir immer Spaß gemacht. Wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, ist es wohl wirklich Zeit aufzuhören.

Sunny: Ist Dresden deine letzte Station?

Mareen: Definitiv.

Sunny:Und was kommt danach?

Mareen: Die Frage stellt sich ja irgendwann für jeden Sportler. Bleibt man im Sport oder steigt man mit über 30 noch ins „normale“ Berufsleben ein? Ich habe jedenfalls letztens ein Praktikum gemacht, in einer Agentur, die Hochzeiten plant. Das hat mir sehr gut gefallen. Allerdings hat das noch nichts mit einer konkreten Tätigkeit zu tun und ist mehr so ein Reinschnuppern in dies und das.

Sunny: Wedding-Planer, das hört sich interessant an. Wie kommst du ausgerechnet darauf?

Mareen: Das hat mich irgendwie immer gereizt und ich sehe einfach viele Facetten, die sich auch mit dem Sport verbinden lassen. Du arbeitest konzentriert auf ein Ziel hin. Die Vorbereitungen sind das Training und die Hochzeit dann das Spiel. In dem bekommt man dann eine schnelle und konkrete Rückmeldung zur eigenen Leistung.

Sunny: Und woher kommt ausgerechnet das Faible für Hochzeitsfeiern?

Mareen: Das interessiert mich schon seit ein paar Jahren. Auf Pinterest und Instagram kann man dazu eine Menge Fotos sehen und ich habe gemerkt da besonders häufig hängenzubleiben. Auch in meinem Freundeskreis wird gerade mächtig viel geheiratet und auf diesen Feiern nehme ich dann soviel wahr und beobachte, dass ich mir dachte, das geht schon über ein normales Interesse hinaus.

Sunny: Es scheint dir mehr um die Ästhetik als um die Emotionen zu gehen.

Mareen: Ja. Um Ästhetik und die Schönheit einer perfekten Organisation. Was mir allerdings am Besten gefällt, ist die außergewöhnliche Vielfalt an Individualität, auf die man bei einer Hochzeit trifft. Ich will in meinem späteren Berufsleben viel Abwechslung erleben und viele verschiedene Menschen kennenlernen. Das wäre bei einer Agentur für Hochzeitsplanung in jedem Fall gegeben.

Sunny: Auf die Erfahrungen einer eigenen Hochzeit kannst du ja noch nicht zurückgreifen, oder doch?

Mareen: Nein, noch nicht. Aber durch das Praktikum war ich jetzt schon auf einigen Hochzeiten und kann das Ganze recht realistisch einschätzen. Man verheiratet sich da quasi eher mit seinem Job. Es ist eigentlich wie beim Volleyball. Das Einzige, was mich ein bisschen zweifeln lässt ist, inwieweit sich so eine Tätigkeit mit dem Privatleben vereinbaren lässt. Ähnlich wie beim Sport ist man ja auch als Heiratsplaner wieder jedes Wochenende für den Beruf auf Achse.

Sunny: Wie sieht es mit den sportlichen Alternativen aus? Beach-Volleyball zum Beispiel.

Mareen: Ich weiß, diese Frage bekomme ich immer mal wieder gestellt. Aber für mich war das eigentlich nie eine Option. Ich glaube, dass ich für diese spezielle Form des Volleyball nicht so begabt bin und es darüber hinaus auch bevorzuge mit mehr Mitspielerinnen auf dem Feld zu stehen. Volleyball wird in seinen möglichen Kombinationen damit deutlich komplexer und vielfältiger und kommt meinem schnellen Spiel damit deutlich mehr entgegen.

Sunny: Aber du spielst im Sommer am Strand schon auch mal Volleyball?

Mareen: Klar, das natürlich. Gerade Freunde und Bekannte wollen sich natürlich gern mit mir messen. Und das macht mir natürlich auch Spaß.

Sunny: Spielst du dann volle Pulle und haust ihnen knallhart die Schmetterbälle ins Feld?

Mareen: Als Profisportler bin ich natürlich aufs Gewinnen geeicht. Aber mittlerweile kann ich das in solchen „Freundschaftsspielen“ auch mal cool angehen und mit einem Lachen verlieren.

Sunny: Viele Profisportler freuen sich hinsichtlich ihres Karriereendes vor allem auf freie Zeit. Du auch?

Mareen: Ja, klar. Denn durch den Sport gibt es diesbezüglich schon klare Einschränkungen. Ich war zum Beispiel noch nie in der Karibik, weil ich dort gern hin möchte, wenn hier Winter ist. Und das geht eben durch die Beanspruchungen durch den Volleyball nicht. Aber das ist etwas was ich nach der Karriere unheimlich gern machen würde, den deutschen Winter in der Sonne verbringen.

Sunny: Wie sehr ist man denn als Profi-Volleyballerin überhaupt hinsichtlich seiner Freizeit dem Verein verpflichtet?

Mareen: Schon stärker als man sich gemeinhin vorstellt. Man reist zu Sponsoren-Terminen oder nimmt an Schul-Touren teil. Ich mach das gerne, aber es ist eben auch schon ein richtiger Beruf, mit allen damit zusammenhängenden Verpflichtungen.

Sunny: Sponsor ist ja auch Sunny-Dessous, die vor allem auf euren Trainingsklamotten zu sehen sind. Seid ihr darauf eigentlich mal angesprochen worden?

Mareen: Nein, gar nicht. Bei uns Frauen ist das ja nun nicht so ungewöhnlich. Aber wir hätten uns eigentlich gewünscht, dass auch die Trainer ihr Sunny-Dessous-Logo bekommen. Männer werben für Dessous. Das ist doch wirklich lustig. Aber das wurde leider nie umgesetzt.

Sunny: Du selbst bist ja im vergangenen Jahr auf sehr ungewöhnliche Art und Weise mit dem Thema Erotik in Kontakt gekommen. Der „Playboy“ hatte dich zur schönsten Sportlerin Deutschlands ernannt. Wie hast du davon erfahren?

Mareen: Ehrlich gesagt durch eine Lokalzeitung aus Dresden. Ich selber hatte nie Kontakt zu den Leuten vom „Playboy“ und habe auch nichts von dieser Umfrage gewusst.

Sunny: Hat das geschmeichelt?

Mareen: Ein wenig schon. Aber ich muss auch zugeben, dass ich mich damit dann nicht näher beschäftigt habe. Natürlich werde ich hin und wieder mal gefragt, ob der Playboy gern ein Nackt-Shooting mit mir gemacht hätte. Dazu lässt sich nur sagen: da ist nie jemand an mich herangetreten und deshalb musste ich mir dazu auch keine Gedanken machen.

Sunny: Am Ende nochmal zurück zum Sport und auch nochmal zurück zur Zukunft beim DSC. Es gibt ja einige Wege seine Karriere zu beenden. Eine davon ist auf dem Höhepunkt abzutreten. Sollte es mit dem Double klappen. Ist dann der Zeitpunkt dafür gekommen?

Mareen:Wenn ich das wüsste, wäre ich auch froher (lacht). Ich habe vor diesem Zeitpunkt der Entscheidung echten Respekt. Wie und wann hört man am besten auf? Spürt man das? Hört man da eine innere Stimme oder muss man gewaltsam vom geliebten Sport weggerissen werden? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Echte Entscheidungen sind nie wirklich vorhersehbar und kalkulierbar. In diesem Sinne. Schau mer mal.

 

 

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DSC Volleyballerin Mareen Apitz im Interview

freier Journalist für die Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung und das Sunny-Dessous Magazin

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