Schlaft nackt!

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©istock/jhorrocks
Nackt schlafen ist nicht sonderlich populär. Nachweislich bevorzugen es zwei Drittel der Deutschen mit Pyjama oder Nachthemd, ins Bett zu gehen.

Gibt es Gründe, beim Schlafen gänzlich auf jede Kleidung zu verzichten? Die Antwort ist: Ja. Warum Nackt schlafen sowohl physisch als auch psychisch befreiend und wann der Pyjama doch die bessere Alternative ist, erfahrt ihr hier bei Sunny Dessous.

Nackt schlafen macht glücklich und baut Vertrauen auf

Umfragen zufolge sollen Nacktschläfer und Nacktschläferinnen in glücklicheren Beziehungen leben. Eine Erklärung könnte das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin liefern. Denn wissenschaftlich gesehen, erzeugt der Kontakt von Haut zu Haut eine chemische Reaktion, welche diese Hormonproduktion anspringen lässt.

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Hautkontakt erzeugt eine chemische Reaktion, die die Hormonproduktion ankurbeltt. ©istock/grinvalds

Der Effekt ist, dass man mit Liebes- und Zuneigungsgefühlen geflutet wird, mehr Lust auf Sex hat und – so wird es zumindest behauptet – die besseren Orgasmen erleben kann. Wer nackt schläft, fühlt sich wohler in seiner eigenen Haut, verströmt eine Aura des Vertrauens und der Zuversicht und ist sowohl im sozialen als auch im beruflichen Leben erfolgreicher.

Mehr Anti-Aging und weniger Stresshormone für Nacktschläfer

Grundsätzlich gilt: Am erholsamsten ist der Schlaf bei einer Umgebungstemperatur von 15,5 bis 19,5 Grad Celsius. Und ein nackter Körper ist natürlich besser gekühlt, als ein angezogener. Das hat verschiedene positive Effekte. Wenn die Temperatur sinkt, werden mehr Melatonin und auch Wachstumshormone freigesetzt. Das sind die wichtigsten Chemikalien des Anti-Aging-Cocktails im Körper.

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Am erholsamsten ist Schlaf bei 15,5-19,5 Grad Celsius Raumtemperatur ©istock/g-stockstudio

Die bei fallenden Temperaturen freigesetzten Hormone haben eine starke regenerative Magie und halten nicht nur die Haut frisch, sondern machen auch das Haar glänzend. Kühlere Temperaturen der Haut erhöhen nachweislich auch die Qualität der Augen und reduzieren so die Anzahl des nächtlichen Aufwachens. Und dass senkt in beachtlicher Weise den Ausstoss des Stresshormons Cortisol. Ist der Schlaf (unter anderem wälzt man sich mit Nachthemd oder Pyjama auch öfter) unruhig, steigt der Cortisolspiegel und man bekommt den berühmten Heißhunger auf fettreiches Essen.

Nackt schlafen hilft beim Abnehmen

Wobei wir schon beim nächsten Grund sind, es demnächst mal mit Nacktschlafen zu probieren: dem Abnehmen. Ein guter und tiefer Nachtschlaf kann zu einem deutlichen Gewichtsverlust führen. Denn schläft man ohne, senkt das effektiver die Körpertemperaturen, dadurch springt der Stoffwechsel an, verbrennt Kalorien und verlangsamt außerdem das Fortschreiten von Diabetes. Chemikalisch ist es so, dass ein Ausstoss von Cortisol eine nächtliche Insulinspritze verursacht und der Körper so statt in den Heilungs-Modus zu wechseln, im Panik-Modus verbleibt. Und im Panik-Modus heißt die Entscheidung immer „Fett speichern“ statt „Fett verbrennen“.

Nackt schlafen, heißt weniger schwitzen

Ein Pyjama oder Nachthemd kann für stärkeres Schwitzen sorgen und somit einen negativen Effekt für die Haut haben. Die meisten unserer Körperteile sind während des ganzen Tages bedeckt. Und Kleidung schränkt die Atmung der Haut ein. Bleibt der Schweiß auf der Haut, weil er wegen Bekleidung nicht entweichen kann, drohen Hautkrankheiten wie Fußpilz. Erhöhte Körpertemperaturen und damit verursachtes Schwitzen lassen letztlich auch das Haar brüchig werden. Wenn Schweiß verdunstet, bleibt Salz zurück. Das reizt wiederum die Kopfhaut und senkt die Qualität der nachwachsenden Haare.

Nackt schlafen verbessert die Spermienqualität

Die beste Spermienqualität , so haben es mittlerweile zahllose Studien ergeben, erzielt der Mann, wenn er tagsüber Boxer und des Nachts gar nichts trägt. Denn die Temperatur in und um die Hoden hat klaren Einfluss darauf, wieviele Spermien gebildet werden. Lässt der Mann seinem Zeugungsorgan genügend Freiheit und hält die Temperatur damit niedrig, können im Hoden bis zu 30 Prozent mehr Spermien pro Liter produziert werden.

iStock-Nacht schlafen erhöht die Spermienqualität
Beste Spermienqualität durch Nackt schlafen! ©istock/wrangel

Nackt schlafen schützt die Vagina

Eine enge, die Vagina umschließende Unterwäsche kann einen warmen und feuchten Nährboden für Bakterien und damit Infektionen erzeugen. Wenn FRAU nackt schläft, sorgt sie in in ihrem Intimbereich für eine notwendige Lüftung und macht es Bakterien schwerer, in die Vaginalflora einzudringen.

Manchmal muss der Pyjama her

Trotz all dieser Vorteile des Nacktschlafens gibt es durchaus auch Argumente für Nachthemd und Pyjama. Einer könnet die Angst sein, sollte jemand das Schlafzimmer betreten, nackt entdeckt zu werden. Ein solch mulmiges Gefühl kann einen überaus negativen Effekt auf die Schlafqualität haben. Deshalb gilt: Genießt eure Nachtwäsche, wenn ihr gar nicht auf sie verzichten könnt.

Schlafwäsche ist natürlich auch in eher kälteren Regionen mit nicht so optimal funktionierenden Heizungen ein Muss. Wer „ohne“ zu Bett geht und sich dabei eine Erkältung zuzieht, hat damit alle Vorteile des Nacktschlafens zunichte gemacht. Auch für Menschen mit sehr sensibler Haut oder Allergien ist es nur schwerlich möglich, nackt zu schlafen. Denn nur ein gut sitzender und bequemer Pyjama bietet den notwendigen Schutz vor Reizstoffen, die in der Schlafumgebung lauern können. Bevor Hautirritationen auftreten oder sogar ein asthmatischer Angriff durch Hausstaub verursacht wird, sollte auf nackt schlafen lieber verzichtet werden.

Das sollte bezüglich Nachtbekleidung beachtet werden

Den besten Schlaf hat der Mensch, wenn die Haut eine Oberflächentemperatur von 29 Grad hat. Wenn in der für den Schlaf idealen Zimmertemperatur von maximal 20 Grad geruht wird, ist klar, dass wir unseren Körper wärmen, also mit etwas bedecken müssen. Und was für die Bettwäsche gilt, lässt sich auch auf Schlafanzüge oder Nachthemden anwenden. Ganzkörperanzüge können schnell zu extremen Schlafkillern werden. Materialien sollten nicht zu eng und atmungsaktiv sein. Baumwolle ist zum Beispiel für Schläfer, die schnell frieren, eher ungeeignet. Dieser Stoff kann die Feuchtigkeit, also zum Beispiel Schweiß, zwar gut aufnehmen, gibt sie aber auch schnell wieder ab. Schlafkleidung aus Baumwolle ist also länger nass als beispielsweise Schurwolle. Diese wärmt ausgezeichnet und kann darüber hinaus ausgezeichnet mit hohem Feuchtigkeitsaufkommen umgehen. Wolle ist außerdem selbstreinigend und deshalb vor allem auch für Allergiker und Kleinkinder ideal. Ebenfalls in hohem Maße „Betttauglich“ ist Polyester. Dieses synthetische Garn hat seine Qualitäten ebenfalls in der Regulierung von Feuchtigkeit und ist deshalb eine gute Wahl, wenn es um den richtigen Pyjama oder ein sexy Nachthemdchen geht.

 

 

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freier Journalist für die Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung und das Sunny-Dessous Magazin

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