Von Schweden bis Japan – So sieht das Dating in anderen Ländern aus

Asiatisches Paar beim Kaffee Date
© istock/DragonImages
Die Realität des „Datings“ erzeugt heute bei Vielen Müdigkeit und Frustration. Auf der Suche nach dem richtigen Weg, die romantische Liebe und den einen „Lebenspartner“ zu finden, lohnt sich sowohl der Blick in die Vergangenheit als auch jener über die Ländergrenzen. Vielleicht wird man dabei feststellen, dass einem der entspannte Dating-Stil der Menschen in Schweden oder eher die strukturierten Dating-Regeln Japans liegen. Dabei ist es natürlich unmöglich, die Erfahrungen jeder einzelnen Person, die jemals in einem Land ein Date hatte, genau zu beschreiben.

Auch wir von SUNNY DESSOUS müssen deshalb auf einige Klischees oder Verallgemeinerungen zurückgreifen. Trotzdem könnten die nachfolgenden Beschreibungen helfen, ein Bild von der Gesamtidee dessen zu zeichnen, was euch erwarten könnte, wenn ihr bei eurem nächsten globalen Abenteuer ein möglicherweise „folgenschweres“ Date arrangiert.

Während wir uns im letzten Beitrag mit dem Datingverhalten im Laufe der Zeit und den Fallstricken im modernen Dating, besonders ab 35, beschäftigt haben, wollen wir dieses mal einen Blick über den Tellerrand wagen und uns anschauen, wie denn in anderen Ländern gedatet wird.

Dating in den USA – viele Amerikaner treffen ihre Lebensgefährten durch ihre Freunde

Menschen in den USA neigen dazu, ihre potentiell romantischen Partner auf drei Arten zu treffen. Wie Studien zeigten, finden sich Männer und Frauen entweder über Freunde, in einer Bar oder über eine Dating-App. Die ersten Verabredungen sind anfänglich oft ungezwungen und werden dann – bei größerem Interesse – mit der Zeit formeller, indem man sich zum Abendessen oder für ein Konzert verabredet. Zwar daten sich viele Amerikaner in ihren frühen 20er Jahren nur zum Spaß, aber es sollte auch nicht vergessen werden, dass die Einstellung zu einem One-Night-Stand oder schnellem Sex aus purem Vergnügen immer noch deutlich puritanischer sind, als beispielsweise in den meisten europäischen oder südamerikanischen Ländern.

Dating in China – Dating-Schulen vermitteln das erste Treffen

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Culturally.co (@culturally.co) am

In China gibt es ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. So zeigen Statistiken, dass es im vergangenen Jahr fast 40 Millionen mehr Männer als Frauen im einwohnerstärksten Land der Welt gab. Dieser Fakt macht es vielen jungen Männern logischerweise schwer, überhaupt eine Frau zu daten. Aus diesem Grund sind zunehmend sogenannte Dating-Schulen populär. Dort lernen junge Männer die wichtigsten Regeln, wie sie mögliche Partnerinnen für sich gewinnen können. Ebenfalls stark im Kommen: Speed-Dating-Events, bei denen zwischen acht und zehn Personen eine begrenzte Zeit haben, sich jeweils einzeln kennenzulernen.
Alleinstehende Männer und Frauen in den späten 20ern und frühen 30ern werden in der chinesischen Kultur im Allgemeinen als „Überbleibsel“ angesehen. Der Druck überhaupt einen Partner zu finden, ist entsprechend hoch. Die chinesische Kultur ist nach wie vor stark von traditionellen Vorstellungen hinsichtlich einer Familiengründung geprägt. Wer dort nach einem „Spaß-Date“ sucht, wird es eher schwer haben.

Dating in Großbritannien – Alkohol löst die Bremsen

Das Dating in Großbritannien unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in den USA. Mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied: der Wichtigkeit von Alkohol. Im Prinzip treffen sich jungen Männer und Frauen in den allermeisten Fällen zum ersten Mal in Pubs und Bars. Und dort wird von beiden Geschlechtern auf Bier und harten Alkohol gesetzt. Die Drinks lassen oftmals alle Hemmungen fallen, was Sex gleich beim ersten Date wahrscheinlicher macht, als in den meisten anderen Ländern.

Dating in Japan – Gruppentreffen bevorzugt

Der Japaner nennt es Goukon, wenn sich einige Männer und Frauen – möglicherweise über Dating-Websites zu einem Treffen verabreden. Rendezvous von nur einem Mann und einer Frau sind dabei eher ungewöhnlich. Vielmehr werden eben Goukons, Gruppentreffen verabredet. Goukons kommen zustande, wenn eine Person einige ihrer Freunde einlädt und eine andere Person ebenfalls mit Freunden dazustößt. Anschließend trifft sich die Gruppe in einem Restaurant oder einem Pub und isst zu Abend. Wenn alles glatt läuft, geht es danach in eine Bar oder zum Karaoke. Und wenn sich dann zwei sympathisch sind, werden Telefonnummern getauscht. Dabei sollte man als Ausländer allerdings nicht vergessen, dass das ultimative Ziel für alle jungen japanischen Männer und Frauen nicht der maximale Spaß, sondern die Ehe ist.

Dating in Frankreich – gar kein Wort für „Date“

Für die Franzosen ist die Liebe und damit auch die Partnerschaft eher ein Spiel, als eine ernste Angelegenheit. Das Ganze wird so locker gesehen, dass Franzosen es nicht nur schaffen überhaupt das Gespräch über die Definition einer Beziehung vermeiden, als auch gar kein richtiges Wort für das „erste Date“ zu kennen. Vielmehr spricht man ganz allgemein von „jemanden sehen“. Wer sich mit einem Franzosen oder einer Französin verabredet, wird feststellen, dass von Freundschaft über einen folgenlosen Flirt bis zum schnellen Sex eigentlich immer alles möglich ist. Das kann für Männer und Frauen anderer Nationalitäten allerdings auch überaus verwirrend sein. Deshalb sollte das Motto für ein Date in Frankreich heißen: „Erwarte alles und gleichzeitig nichts“.

Dating in Spanien – die Familie ist alles

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Marta Millere (@martamillere) am

Auch die Spanier haben keinen Begriff fürs „Dating“ und sagen lieber „salir con alguien“, was soviel bedeutet wie „mit jemandem ausgehen“. Nicht umsonst behaupten die Spanierinnen allerdings, dass ihre französischen Geschlechtsgenossinnen zwar perfekt das Spiel der Liebe beherrschten, aber eigentlich kein Herz hätten. In Spanien heißt Liebe Herzblut geben, und entsprechend ernsthaft werden auch bereits die ersten Rendezvous angegangen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die meisten Spanier bis zur Eheschließung bei ihren Eltern leben. Ein Date mit ernsten Absichten landet deshalb auch schnell am Familientisch. Und dort sitzen dann auch nicht nur Vater und Mutter, sondern oftmals der ganze Clan zusammen.

Dating in Schweden – Romantik? Schwierig

Wer wahre Romantik sucht, wird es in Schweden schwer haben. Bei aller sexuellen Freizügigkeit ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen von deutlich größerer Sachlichkeit als in den meisten anderen Ländern geprägt. Das Single-Dasein ist eine angesehene Lebensform und eine Ehe das Ergebnis vernünftiger Überlegungen. Wer in Schweden ein Date vereinbart, sollte es deshalb eher locker angehen. Statt ein Abendessen zu vereinbaren oder ins Kino zu gehen, bevorzugen SchwedInnen es auf einen „Fika“, einen Kaffee auszugehen. Wer allerdings zu diesem Ritual eingeladen wird, sollte den oder die Partnerin exklusiv behandeln. Denn egal wie locker es sich anfühlt, darauf wird dann doch großer Wert gelegt.

Dating in Indien – Kein Sex ohne Ehe

Es gibt wohl kaum ein Land auf der Welt, in dem die Vorstellungen von einem ersten „Date“ konservativer sind als in Indien. Arrangierte Ehen sind in breiten Teilen der Bevölkerung immer noch eher üblich als unüblich und vorehelicher Sex fast schon verpönt. Die Vorstellungen der älteren Familienmitglieder bestimmen auch bei den 20-jährigen die Partnerwahl. In den größeren Städten entsteht allerdings auch in Indien eine liberalere Einstellung zu Sex und Partnerschaft. Tinder und andere Dating-Websites verzeichnen stetig steigende Nutzerzahlen. Dennoch dürfte es in Indien ungleich schwerer als in anderen Ländern werden ein entspanntes Date zu verabreden.

Dating in Italien – Schmeicheleien und Romantik pur

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Licores Mundiales Wine&Spirits (@licoresmundiales) am

Ilaria Perrone, eine italienische Sexkolumnistin, sagte in einem Interview kürzlich: „Italienische Männer sind romantisch, aber sie sind auch Lügner.“ Das fasst das Flirten in Italien insgesamt ziemlich gut zusammen. Romantik wird in Italien der Romantik wegen betrieben – und nicht, weil sie sich auf die Eigenheiten eines konkreten Partners bezieht. Das sollte jeder und jede wissen, der sich in Italien für ein „Date“ verabredet. Vorehelicher Sex ist auch in diesem streng katholischen Land keine Seltenheit. Allerdings ist die Aufgeschlossenheit bezüglich sexueller Praktiken eingeschränkt. Laut Ilaria Perrone wird zum Beispiel Oralsex erst dann wirklich akzeptiert, wenn die Absichten bezüglich eines Flirts ernster werden.

Dating in Brasilien – zwischen Hedonismus und ernsten Absichten

Der Hedonismus und die sexuelle Freizügigkeit der Brasilianer und Brasilianerinnen ist Legende. Allerdings gibt es bezüglich dieser Tatsache auch gewaltige Missverständnisse. Denn gerade die Brasilianerinnen verabreden sich eigentlich nie ohne gewisse Hintergedanken. Wer sich mit ihnen trifft, wird einem Gespräch über den eigentlichen Status der Liaison eher früher als später nicht mehr aus dem Weg gehen können. Dabei wird eigentlich schon nach dem ersten Rendezvous subtil Druck hinsichtlich einer offiziellen Beziehung ausgeübt, sodass wer nicht rechtzeitig widersteht, sich schnell auch in einer möglicherweise nicht wirklich gewollten Ehe wiederfindet.

Dating in Russland – eine klar festgelegte Choreographie

Das Dating in Russland basiert in starkem Maße auf den festgelegten Rollen von Mann und Frau. Für junge Russen ist dabei die Rolle des Ritters und Gentleman vorgesehen, der der Frau die Tür aufhält, ihr Blumen mitbringt und die Rechnung bezahlt. Von Russinnen wird erwartet, dass sie einen enormen Aufwand um ihr Äußeres betreiben und sich ansonsten aufs Kochen und Putzen verstehen. Auch von Ausländern wird erwartet, sich in diese strenge Choreographie einzufügen. Was auf die Dauer allerdings selten funktioniert.